„Erzählen Sie mal etwas über sich.“ Und plötzlich ist dein Kopf leer.
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Du hast es geschafft: die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Zwei Minuten lang freust du dich. Dann kommt der Magen.
Am Abend davor liegst du wach und gehst Antworten durch. Am Tag selbst sitzt du im Besprechungsraum, jemand lächelt dich freundlich an und sagt: „Erzählen Sie doch mal etwas über sich.“
Und dein Kopf? Weißes Rauschen. Du fängst mit deinem Geburtsort an. Nach zwei Minuten merkst du, dass du immer noch bei der Volksschule bist.
Wenn dir das bekannt vorkommt: Das hat nichts mit Talent zu tun. Es hat mit Übung zu tun. Und zwar mit der richtigen.
Warum Auswendiglernen nicht funktioniert
Die meisten bereiten sich so vor: Sie lesen eine Liste mit den „10 häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch“ und überlegen sich im Kopf eine Antwort. Das fühlt sich nach Vorbereitung an. Ist es aber nur halb.
Denn eine Antwort, die du nur gedacht hast, existiert noch nicht. Erst wenn du sie laut aussprichst, merkst du, wo sie hängt: der Satz, der nicht aufhört, das Beispiel, das dir fehlt, das „ähm“ an der Stelle, an der du eigentlich überzeugen wolltest.
Auswendig gelernte Texte haben noch ein zweites Problem: Sobald die Frage ein bisschen anders kommt als erwartet, reißt der Faden.
Was stattdessen hilft
1. Bereite Geschichten vor, keine Sätze. Du brauchst drei bis vier konkrete Erlebnisse, die du gut erzählen kannst. Ein Konflikt im Team. Eine Situation, in der etwas schiefging. Etwas, auf das du stolz bist. Diese Geschichten passen auf viele Fragen, egal wie sie formuliert sind.
2. Erzähl sie mit einer klaren Struktur. Bewährt hat sich die STAR-Methode: Situation (Worum ging es?), Aufgabe (Was war deine Rolle?), Aktion (Was hast du konkret getan?), Resultat (Was kam dabei heraus?). Das hält dich davon ab, dich in Details zu verlieren.
3. Bau dir eine Antwort auf „Erzählen Sie über sich“. Nicht deinen Lebenslauf nacherzählen. Drei Teile reichen: Wo du gerade stehst, was dich hierher gebracht hat, und warum genau diese Stelle der nächste logische Schritt ist. Maximal zwei Minuten.
4. Übe laut. Wirklich laut. Allein im Zimmer, beim Spazierengehen oder mit einer Freundin, die den Recruiter spielt. Nimm dich mit dem Handy auf und hör es dir an. Ja, das ist unangenehm. Genau deshalb wirkt es.
5. Denk an die österreichischen Klassiker. Rechne damit, nach deiner Gehaltsvorstellung gefragt zu werden. In Österreich muss jede Stellenanzeige das Mindestgehalt laut Kollektivvertrag nennen, oft mit dem Hinweis, dass auch mehr möglich ist. Gerechnet wird brutto pro Monat, 14-mal im Jahr. Wenn du eine Zahl im Kopf hast, die du begründen kannst, bleibst du ruhig.
6. Hab eigene Fragen parat. „Haben Sie noch Fragen an uns?“ kommt fast immer. „Nein, eigentlich nicht“ ist die schwächste Antwort. Frag nach dem Team, nach den ersten drei Monaten oder danach, woran man Erfolg in der Rolle misst.
Nervös sein ist erlaubt
Ein bisschen Lampenfieber zeigt, dass dir die Stelle wichtig ist. Das wissen auch die Leute auf der anderen Seite des Tisches. Niemand erwartet eine perfekte Rede. Erwartet wird, dass du weißt, wer du bist und warum du hier sitzt.
Und wenn du doch einmal hängst: Atme durch und sag „Darf ich kurz überlegen?“. Das wirkt souveräner als jedes „ähm“.
Üben, bevor es zählt
Das Problem beim lauten Üben: Meistens fehlt jemand, der dir ehrlich sagt, wie deine Antwort ankommt. Dafür haben wir PrepAI in Jobwerb gebaut. Im Übungsmodus findest du Fragensets für typische Gesprächssituationen, oder du lässt dir Fragen zu genau deiner Bewerbung erstellen, aus deinem Lebenslauf und der Stellenanzeige. Du schreibst deine Antwort und bekommst Feedback: was schon stark ist, was fehlt und wie du es besser formulieren könntest. Der Übungsmodus ist auch im kostenlosen Tarif dabei, im Rahmen deines KI-Budgets.
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Und bis dahin: Stell dir heute Abend einen Timer auf zwei Minuten und beantworte laut die Frage „Erzählen Sie etwas über sich.“ Nimm es auf. Hör es dir an. Mach es morgen noch einmal. Du wirst den Unterschied hören.